Sportfischer Verein Kaarst e.V

Kaarster Sportfischer suchen Nachwuchs



Kaarst (NGZ). Der Sportfischerverein Kaarst hat seinen kompletten Vorstand ausgetauscht. Ein junges Führungsteam soll jetzt verstärkt um junge Mitglieder werben. In die Nachwuchsförderung wurde bereits kräftig investiert.

Geschäftsführer Alexander Kitzel (l.) und Vorsitzender Ralf Weighard wollen den Mitgliederschwund in ihrem Verein bekämpfen und die Sportfischerei in Kaarst wieder populär machen.

Der Sportfischerverein Kaarst erlebt einen Umbruch. Der komplette Vorstand wurde ausgetauscht. Mit einer "jungen Offensive" möchte der Verein in sein Jubiläumsjahr gehen. Aufgaben gibt es für die neuen Verantwortlichen um den Vorsitzenden Ralf Weighard (34 Jahre) und Geschäftsführer Alexander Kitzel (23): Mitgliederschwund, kein Nachwuchs, Unstimmigkeiten mit den anderen Nutzern am großen Kaarster See. "Wir möchten an alte Zeiten anknüpfen", sagt Weighard. Genauer gesagt an die Zeit vor rund zehn Jahren, als der damals 13-jährige Alexander Kitzel von seinem Großonkel zum Angeln an den Kaarster See mitgenommen wurde.

"Damals haben mich sofort Rosi Lambertz und Anton Holstein unter ihre Fittiche genommen und ich bin bis heute geblieben", erzählt er. Zu jener Zeit gab es noch rund 20 Jugendliche im Sportfischerverein, aktuell sind es noch drei. Darum wurden jetzt die beiden genannten Personen in den Vorstand zurückgeholt. "Mit Anton Holstein haben wir einen der besten Angler im Rhein-Kreis Neuss in unseren Reihen", sagt Kitzel.
Überhaupt wird die Nachwuchsförderung die wichtigste Aufgabe des neuen Vorstands sein. Dafür wurde bereits kräftig investiert. "Wir stellen den Jugendlichen die Grundausstattung für ihren Einstieg zur Verfügung. Dazu gehören Angelruten, Kescher und Köder", so Alexander Kitzel. Die jungen Sportfischer zahlen nur den Jahresbeitrag von 25 Euro und rund 15 Euro für den Jugendfischereischein. Mit Grillabenden, Angelausflügen oder Nachtangeln am See soll die Gemeinschaft gefördert werden.

Im Juli möchte der SFV Kaarst sein 75-jähriges Bestehen mit einem Fest feiern. Dazu werden auch die anderen Vereine am See – Surfer, Taucher und Segler – eingeladen. Zuletzt war das Verhältnis zu ihnen arg gestört. "Wir wissen, dass das hauptsächlich die Schuld unseres Vereins ist", sagt Ralf Weighard. In naher Zukunft möchten sich die Sportfischer deshalb mit den anderen Vorständen an einen Tisch setzen. Schließlich haben doch alle das selbe Anliegen, nämlich das Naturerlebnis am Kaarster See zu genießen. "Die schönsten Momente erleben wir in der morgendlichen Ruhe, wenn sich der Eisvogel auf die Spitze meiner Rute setzt und die kleinen Fische aus dem Wasser pickt", erzählt Ralf Weighard.

Die Artenvielfalt im Kaarster See ist groß: Hechte, Zander, Schleien, Karpfen, Barsche und Aale leben dort. Mit dem Boot dürfen die Sportfischer nicht rausfahren, das steht bisher nicht im Pachtvertrag. Hierfür bereitet der Vorstand einen Änderungsantrag vor. Solange angeln sie weiter nur vom Ufer aus, und das sorgt für Missverständnisse mit den normalen See-Besuchern. "Der See ist ein Vereinsgewässer, deshalb dürfen nur die Mitglieder der Vereine auch die Uferwiesen betreten. Das hat versicherungstechnische Gründe", erklärt Geschäftsführer Alexander Kitzel. Um dies deutlich zu machen, möchten die Sportfischer bald eine deutlichere Beschilderung aufstellen.

Quelle: NGZ